Zukunftsperspektiven für Beamte, Angestellte und Arbeiter im technisch-naturwissenschaftlichen Verwaltungsdienst
Technischer Sachverstand darf nicht kaputtgespart werden
Die Sparpolitik der vergangenen Jahre hat in den technischen und naturwissenschaftlichen Fachverwaltungen deutliche Spuren hinterlassen. Viele Beschäftigte beobachten diese Entwicklung mit großer Sorge.
Die Kritik richtet sich dabei nicht gegen notwendige und sachlich begründete Einsparungen. Problematisch sind vielmehr pauschale Stellenkürzungen und Privatisierungsvorhaben, von denen die technischen und naturwissenschaftlichen Fachverwaltungen überdurchschnittlich betroffen sind.
Diese Maßnahmen tragen nicht zu einer nachhaltigen Konsolidierung der öffentlichen Haushalte bei. Vielmehr führt der fortlaufende Personalabbau häufig zu steigenden Kosten und gefährdet die Funktionsfähigkeit wichtiger Fachverwaltungen.
Was jetzt notwendig ist
Wer auch künftig leistungsfähige, bürger- und umweltorientierte Fachverwaltungen erhalten möchte, sollte folgende Grundsätze beachten:
- technisch-naturwissenschaftlichen Sachverstand stärker in politische und administrative Entscheidungsprozesse einbeziehen
- undifferenzierten Personalabbau vermeiden
- auf weitere Privatisierungen staatlicher Kernaufgaben verzichten
- Leistungsanreize erhalten und ausbauen
- die Einkommensnachteile technischer Fachkräfte im öffentlichen Dienst anerkennen
- die Berufserfahrung der Beschäftigten in den ostdeutschen Bundesländern stärker würdigen und nutzen
Hohe persönliche Investitionen der Beschäftigten
Beamte des gehobenen und höheren technischen Verwaltungsdienstes absolvieren vor ihrem Vorbereitungsdienst in der Regel ein externes Fachhochschul- oder Hochschulstudium sowie zusätzliche Praxiszeiten. Die hierfür erforderlichen finanziellen Aufwendungen tragen sie häufig selbst.
Ähnliches gilt für den mittleren technischen Verwaltungsdienst. Viele Beschäftigte müssen zusätzliche Qualifikationen als staatlich geprüfte Techniker oder Meister erwerben und die damit verbundenen Kosten selbst tragen.
Diese erheblichen Vorleistungen werden in der öffentlichen Diskussion häufig unterschätzt.
Unverzichtbar für Staat und Gesellschaft
Die technische und naturwissenschaftliche Verwaltung übernimmt Aufgaben von zentraler Bedeutung für das Gemeinwesen.
- Viele politische Ziele auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene lassen sich ohne die Fachverwaltungen nicht umsetzen.
- Die Beschäftigten verantworten die Bewirtschaftung öffentlicher Mittel in Milliardenhöhe.
- Ihre Arbeit schafft wichtige Investitionsimpulse für Wirtschaft, Mittelstand und Arbeitsmarkt.
Wer die Leistungsfähigkeit dieser Verwaltungen schwächt, gefährdet nicht nur Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst, sondern auch in der Privatwirtschaft. Gleichzeitig leidet die wirtschaftliche und fachgerechte Verwendung öffentlicher Haushaltsmittel.
Bereitschaft zur Veränderung ist vorhanden
Die technischen und naturwissenschaftlichen Fachverwaltungen nutzen seit Jahren konsequent Möglichkeiten zur Rationalisierung und Kosteneinsparung. Die Beschäftigten sind bereit, auch künftig Verantwortung zu übernehmen und ihre Aufgaben engagiert und leistungsorientiert zu erfüllen.
Unsere Erwartungen an die Zukunft
Um ihren Dienstleistungsauftrag gegenüber Bürgerinnen und Bürgern auch künftig erfüllen zu können, benötigen die Beschäftigten verlässliche Rahmenbedingungen.
- eine aufgabengerechte Personal- und Sachausstattung der Dienststellen
- eine ausbildungs-, leistungs- und funktionsgerechte Vergütung
- eine Bezahlung, die mit der allgemeinen Einkommensentwicklung Schritt hält
- eine verlässliche berufliche Perspektive für die Zukunft
Leistungsfähige technische und naturwissenschaftliche Fachverwaltungen sind eine Voraussetzung für einen modernen, handlungsfähigen und bürgernahen Staat.

